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Beschreibung
Die evangelische Kirche in der nordrhein-westfälischen Stadt Xanten, Kreis Wesel, die an der Einmündung der Kurfürstenstraße in den Markt liegt, ist die Hauptkirche der Kirchengemeinde Xanten-Mörmter, die zum Kirchenkreis Kleve der Evangelischen Kirche im Rheinland gehört. Sie ist ein geschütztes Baudenkmal, das auf der Denkmalliste der Stadt eingetragen ist.
Geschichte
Die geschichtlichen Anfänge sind nicht ganz genau nachweisbar, aber vermutlich 1572 entstand in Xanten eine evangelische Gemeinde.
Als Xanten nach dem Jülich-Klevischen Erbfolgestreit als Teil des Herzogtums Kleve mit dem Vertrag von Xanten an die Kurfürsten von Brandenburg fiel, wurde die Evangelische Kirche mit der Katholischen Kirche gleichgestellt, 1647 wurde daraufhin auf dem Großen Markt eine Kirche errichtet und 1662 durch einen Kirchturm erweitert.[1]
Kirchenbau
Die Kirche ist sehr schlicht ausgeführt, wie es für reformierte Gemeinden typisch ist.
Äußeres
Die dreiachsige Fassade hat große, spitzbogige Fenster zum Markt hin. Unter dem Mittelfenster führt ein barockes Portal ins Innere. Ein Engelskopf und die Jahreszahl 1648 zieren den Bogen. Das ist vermutlich eine Erinnerung an den Westfälischen Frieden, das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Auf der nördlichen Schmalseite des Kirchenraumes sorgen ebenfalls drei große Fenster für ausreichende Beleuchtung der Halle.
Innenraum
Der Innenraum wird beherrscht von der hölzernen Kanzel, die an der rechten Längsseite des rechteckigen Raumes angebracht ist. Davor steht ein Abendmahlstisch aus Holz mit einem schlichten Kreuz. Bilder und Skulpturen fehlen in dieser reformierten Kirche. Die Orgel, die auf einer hölzernen Empore gegenüber der Kanzel steht, schafft ein Gegengewicht zur Kanzel. Sie stammt aus Wesel.
Turm
Die Kirche hatte ursprünglich keinen Turm. Da aber die Glocke, vermutlich in einem Dachreiter untergebracht, das Mauerwerk erschüttert und beschädigt hatte, wurde 1662 der Turm an der Westseite hochgezogen. Er war ein Geschenk des Kurfürsten.
Orgel
Bei einer Renovierung 1785/86 – für die König Friedrich II. Spenden eingeworben hatte – erhielt die baufällig gewordene Kirche nicht nur neue Dachziegel, sondern auch eine Orgel. Sie stammt wohl nicht vom Orgelbauer Courtain in Emmerich. Denn der Vertrag wurde mit Ludwig König und Sohn geschlossen und somit stammt die Orgel aus Köln. Sie verfügt über 11 Register, die sich auf ein Manual und das Pedal verteilen. 1792 hat König auch das erste Mal die ihm vertraute Orgel repariert.[2] 2002 wurde das Werk von Weimbs Orgelbau restauriert.[3]
Die römisch-katholische Pfarr- und ehemalige Stiftskirche St. Viktor in Xanten am Niederrhein wird wegen ihrer Bedeutung und Größe landläufig als Xantener Dom bezeichnet. Die Türme sind 72 und 74 Meter hoch. 1937 wurde dem Gotteshaus von Papst Pius XI. der Titel einer Basilica minor verliehen, zudem ist es heute Propsteikirche.
Seinen Namen verdankt St. Viktor dem Märtyrer und Angehörigen der Thebäischen Legion Viktor von Xanten, der im 4. Jahrhundert im Amphitheater von Vetera nahe dem heutigen Birten hingerichtet worden sein soll. Ähnlich der Legende Gereons von Köln zählt auch zur Legende Viktors die Kaiserin Helena von Konstantinopel, die die Gebeine des heiligen Viktor und seiner Legionäre geborgen und ihnen eine Kapelle errichtet haben soll. Bei modernen Ausgrabungen konnte die Existenz einer cella memoriae im 4. Jahrhundert nachgewiesen werden. Errichtet wurde diese jedoch nicht für Viktor, sondern für zwei bei Ausgrabungen dort entdeckte männliche Bestattete, die später in der Krypta beigesetzt wurden.
Die Grundsteinlegung des heutigen Baus erfolgte im Jahr 1263 durch Friedrich und Konrad von Hochstaden. Der Bau dauerte 281 Jahre und wurde schließlich mit der Weihe der Heilig-Geist-Kapelle im Jahr 1544 vollendet. Seitdem besteht der Dom, wenn auch ursprünglich als dreischiffiges Langhaus mit Querschiff geplant, aus einem fünfschiffigen Langhaus in gotischem Stil. Im Gegensatz zu vielen anderen kirchlichen Großbauten dieser Zeit besitzt St. Viktor keinen Chorumgang. Dem Chor sind stattdessen zwei Kapellenpaare angeschlossen, ähnlich der Liebfrauenkirche in Trier.
Der auf der Nordseite des Doms gelegene Kreuzgang mit seinen sehenswerten Spitzbogenarkaden entstand um 1445.
St. Viktor enthält mit der Stiftsbibliothek Xanten eine der bedeutendsten kirchlichen Bibliotheken des Niederrheins.
Die Stiftskirche mit dem Grab des heiligen Viktor und den Gedenkstätten der neuzeitlichen Märtyrer ist Ziel von Wallfahrten.