Direkt zum Seiteninhalt

Bild aus dem Internet - Neues Projekt

Regioobjektiv
Menü überspringen
Villa
Menü überspringen

Bild aus dem Internet

Contacts > Ebene 5 Städtereisen > Ebene 6 Polenrundreise > Ebene 7 Landschaftsfotografie Spreewald > Ebene 8 Gemeindefahrten
Baldeneysee Beschreibung

                                                                     Text aus Wikipedia


Der Baldeneysee ist der größte der sechs Ruhrstauseen. Er liegt im Süden der Stadt Essen zwischen den Stadtteilen Werden, Bredeney, Heisingen, Kupferdreh und Fischlaken. Betreiber der Stauanlage Baldeneysee ist der Ruhrverband.
Geschichte
Villa Hügel an der Ruhr 1907, vorn links das Bootshaus Hügel
Fliegeraufnahme aus den 1920er Jahren mit Villa Hügel; der Baldeneysee existiert noch nicht.
Es gab erste Planungen im Jahre 1927 durch den ersten Ruhrverbands-Geschäftsführer Karl Imhoff, der die Ruhr wieder sauberer machen sollte. Er plante neben anderen Ruhrstauseen den Baldeneysee, um die Selbstreinigungskraft des Flusses zu verstärken. Durch Aufstauung wird die Fließgeschwindigkeit verringert, so dass sich Schwebstoffe absetzen. Damit konnte sich die Ruhr auf natürliche Weise durch Sedimentation und Abbau von Verunreinigungen durch Mikroorganismen und Algen selbst reinigen. Diese Aufgabe übernehmen heute in erster Linie zahlreiche Kläranlagen. Damals versuchte man, die Versorgung mit Trinkwasser trotz steigender Verbräuche und qualitativer Verschlechterung durch Industrie und Bevölkerungsanstieg zu gewährleisten. Die bereits erfolgreich gebauten Seen Harkort- und Hengsteysee bestätigten das Vorhaben. So entstand zwischen Mai 1931 und März 1933 in Werden ein Ruhr-Stauwehr.
Der Name Baldeneysee stammt daher, dass erste Planungen das Stauwehr in Höhe des Schlosses Baldeney im Ortsteil Baldeney vorsahen. Da sich dieses Vorhaben wegen zu geringen Gefälles und daher zu geringer Stromerzeugung als unwirtschaftlich herausstellte, entschied man sich, das Stauwehr weiter flussabwärts bei Werden zu errichten. Von dort erstreckt sich der Stausee heute bis zur Kampmannbrücke. Die ersten Arbeiten am See wurden in der Bevölkerung zunächst als ökologische Katastrophe gesehen, da sie ihr lieb gewonnenes Ruhrtal schwinden sah.[1] Zum Bau des Sees wurden Grundstücke von Krupp benötigt. Als Gustav Krupp von Bohlen und Halbach aber zugesichert bekam, dass man den See von seiner Villa Hügel aus werde sehen können, stimmte er dem Bau zu.
Ende 1929 begann die Weltwirtschaftskrise. Die Baustelle wurde im Dezember 1931 nach sieben Monaten Bauzeit insolvent, so dass der Bau des Wehres und des Wasserkraftwerks bis Februar 1932 stillgelegt wurde, da die Mittel des Ruhrverbands für Schuldentilgungen notwendig wurden. Die Erdarbeiten gingen jedoch weiter. Ab Ende Februar 1932 setzte man bis zu 2000 Arbeiter im Rahmen des FAD (Freiwilliger Arbeitsdienst) ein.[2] So profitierte der Ruhrverband durch die Einnahme von Darlehensgeldern aus der Erwerbslosenfürsorge für den Bau.[1] Die Arbeiter waren oft nur mit primitiven Werkzeugen ausgerüstet. Sie erhielten zwischen 1,00 und 1,80 Reichsmark und eine warme Mahlzeit am Tag.
Trotz der Verzögerungen Anfang 1932 wurde im Juni 1932 mit dem Aushub am Stauwehr begonnen. Am Ende des Folgemonats wurden die Wehrwalzen montiert. Ende Februar 1933 war das Stauwehr fertiggestellt und die Ruhr wurde probeweise aufgestaut. Am 15. März des Jahres fand die Abnahme der Dämme durch die Regierungskommission statt, nachdem eine Woche zuvor die Aufstauung bis auf 1,25 Meter unter dem späteren Wasserspiegel erfolgte. Nach dieser Abnahme wurde der Wasserspiegel um weitere 1,5 bis 2 Meter abgesenkt, um Restarbeiten bis zur endgültigen Füllung vorzunehmen.[3]
Im Frühjahr 1933 wurde ein erster Probelauf des Wasserkraftwerks Baldeney im Stauwehr vorgenommen.[4] Es erzeugt bis heute mit zwei Kaplan-Turbinen 26,7 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr bei einem Gefälle von 8,7 Metern. Aufgrund der Machtergreifung der NSDAP im Januar 1933 gab es keine offizielle Einweihungsfeier. Ende 1933 wurde die Mündung des Deilbachs in Kupferdreh fertiggestellt. Der Ingenieur Karl Imhoff wurde 1934 von der NSDAP als Geschäftsführer des Ruhrverbandes abgesetzt.
1933 nahm die Verkehrsgesellschaft m.b.H. Baldeneysee, die spätere Weisse Flotte Baldeney, ihren Fahrgastschiffbetrieb auf. Nach der Essen kam am 23. April 1933 ein weiteres Fahrgastschiff hinzu. Bis Juni des Jahres folgten zwei weitere Schiffe.[4] Eine neue Schleuse wurde im Stauwehr für Ausflugsschiffe und Freizeitkapitäne errichtet. Die alte Schleuse Neukirchen, die der Ruhrschifffahrt hauptsächlich zum Kohlentransport diente, fiel durch die Aufstauung des Baldeneysees trocken.
Die Deutsche Reichsbahn bot ab 6. Mai 1933 für sonntags und mittwochs eine vergünstigte Baldeneysee-Fahrkarte für die zweite und dritte Wagenklasse an. Damit sollte die Verkehrsanbindung an den Baldeneysee erleichtert werden. Man konnte damit von Essen Hauptbahnhof über Essen-Stadtwald zum Haltepunkt Essen-Hügel, oder von Werden bis dorthin fahren. Nach einem Spaziergang am See war der Einstieg unter anderem in Heisingen oder Kupferdreh wieder möglich, um auch über Steele wieder zurückzufahren.[5]
Made with WebSite X5
Zurück zum Seiteninhalt