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Text aus Wikipedia
Brighton [ˈbɹaɪtən] ist eine Stadt an der Küste des Ärmelkanals in der Grafschaft East Sussex. Sie bildet zusammen mit dem unmittelbar angrenzenden Hove die Unitary Authority Brighton and Hove. Die Stadt ist das größte und bekannteste Seebad im Vereinigten Königreich.
Geschichte
Auf dem Gebiet der späteren Stadt siedelten schon die Römer. Bei Ausgrabungen wurde eine römische Villa freigelegt. Die heutige Stadt Brighton geht auf eine angelsächsische Gründung aus dem 5. Jahrhundert zurück. In der ersten urkundlichen Erwähnung wird der Ort „Beorthelm’s-tun“ (town of Beorthelm) genannt, später „Bristemestune“ und im 16. Jahrhundert dann Brighthelmstone, ehe der Ort im Jahr 1660 erstmals Brighton geschrieben wird. Offiziell gilt dieser Name seit dem Jahr 1810.[2]
Im Jahr 1497 wurde ein erster Befestigungsturm in der Nähe des Ortes errichtet. Dennoch wurde das Fischerdorf im Jahr 1514 von der französischen Flotte während eines Krieges nach dem Treaty of Westminster (1511) zerstört und niedergebrannt. Der Ort wurde wieder aufgebaut und 1580 lebten 400 Fischer und 100 Bauern dort, mit ihren Familien also über 2000 Personen. Um das Jahr 1660 soll Brighton sogar etwa 4000 Einwohner gehabt haben, es war also keineswegs ein Dorf, wie mitunter behauptet wird. Im 17. Jahrhundert wurde der Fischfang, von dem die Bevölkerung überwiegend lebte, durch Kriege zwischen Franzosen und Holländern stark in Mitleidenschaft gezogen, da die Fischkutter oft nicht auslaufen konnten.
In den Jahren 1703 und 1705 wurde der Ort durch schwere Stürme verwüstet. Es wurden nicht mehr alle zerstörten Häuser neu aufgebaut, denn die wirtschaftliche Krise hielt an. Außerdem ging kontinuierlich Land entlang der Küste verloren, da es keine Deiche gab. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts hatte Brighton nur noch etwa 1500 Einwohner. 1750 veröffentlichte der Arzt Richard Russell aus Lewes eine Schrift über die gesundheitsfördernden Aspekte des Meerwassers, vor allem in Brighton. Er errichtete im Jahr 1753 auf dem Grundstück Old Steine das damals größte Gebäude Brightons, in dem er wohnte und auch seine Patienten logierten, und schon bald machten sich wohlhabende Kranke auf den Weg an die Küste. Um 1780 entwickelte sich Brighton zu einem modischen Kurort. Diese Entwicklung wurde beschleunigt, als 1786 der junge Prinzregent (der spätere König George IV.) hier ein Landhaus kaufte, um den größten Teil seiner Freizeit dort zu verbringen. Er ließ es später zum exotisch aussehenden Royal Pavilion ausbauen, der bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt.
In den Jahren 1770 bis 1795 wurden 635 neue Häuser in Brighton gebaut. Um das Jahr 1820 wurden die Viertel Kemp Town und Brunswick Town errichtet. 1823 erhielt der Ort als ersten Pier den Chain Pier, im Jahr 1866 folgte der West Pier. Seit 1841 gab es eine Eisenbahnverbindung nach London. Im Jahr 1872 wurde ein großes Aquarium eingeweiht, damals eine internationale Attraktion. Aus Meyers Konversationslexikon von 1898 ist zu erfahren:
„Brighton hat drei Saisons im Lauf des Jahres. Im Mai und Juni ist es fast ausschließlich von den Familien der Londoner Kleinbürger (tradespeople) besucht, im Juli und August von Ärzten, Advokaten, Künstlern etc., und in den Herbst- und Wintermonaten, wenn es an der südlichen Seeküste sonnig warm ist, wimmelt es von Lords und Ladies, die vom Kontinent heimkehren. Die Zahl der Besucher, welche sich längere Zeit hier aufhalten, beträgt jährlich über 80.000“.
Im Jahr 1896 wurde Brighton Zielort eines der ältesten kontinuierlich ausgetragenen Autorennen der Welt, des heutigen London to Brighton Veteran Car Run. In diesem Rennen dürfen lediglich Fahrzeuge aus edwardianischer Zeit und den Anfängen der Automobilität teilnehmen, das heißt Fahrzeuge, die ein Baudatum vor dem Januar 1905 ausweisen können.
Das Aufschütten der Deiche erfolgte im Jahr 1930, um die Erosion durch den Seegang aufzuhalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Brighton ebenso wie London von der deutschen Luftwaffe mehrmals bombardiert.[3][4]
Brighton ist auch ein hektischer Ferienort mit vielen Antiquitäten- und Buchläden, Restaurants und Spielhallen. Die Stadt wird manchmal auch London by the Sea genannt, wegen ihrer Atmosphäre sowie wegen der großen Anzahl von Besuchern aus London, die vor allem an den Wochenenden und während der Sommerferien an die Küste strömen. Im Sommer beherbergt Brighton Tausende von jungen Menschen aus ganz Europa, die hier Sprachkurse belegen.
Im Kongresszentrum von Brighton findet fast alljährlich ein Parteitag einer der drei großen politischen Parteien statt. Am 12. Oktober 1984 explodierte im Grand Hotel eine Bombe der IRA; fünf Menschen starben. Die damalige Premierministerin Margaret Thatcher, die dort abgestiegen war, entkam nur knapp dem Attentat. Einer der Minister, Norman Tebbit, wurde schwer verletzt.
Im Jahr 1997 schlossen sich Brighton und die benachbarten Orte Portslade, Rottingdean und die Stadt Hove zu einer Stadt zusammen, die im Jahr 2001 den Status einer City erhielt. Im Gegensatz zu den alten Cities verfügen „Millennium-Cities“ wie Brighton und Hove jedoch nicht über alle königlichen City-Privilegien, wie zum Beispiel einen Bischofssitz.
Brigton-Atllantikküstenstad- England