Seite 15 Plymoth+Denkmähler
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Marienehafenstadt Plymouth
Plymouth ([ˈplɪməθ] ⓘ, kornisch Aberplymm) ist eine Großstadt mit etwa 260.000 Einwohnern in der Grafschaft Devon im Südwesten Englands.
Plymouth ist heute Standort der königlich-britischen Marinewerft. Der Marinestützpunkt Devonport im Westen der Stadt ist der größte Marinehafen Westeuropas und wichtigster Arbeitgeber in Plymouth.
Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Plymouth.
Lage und Klima
Die Stadt liegt am nördlichen Ende einer etwa 5 km langen Meeresbucht (Plymouth Sound). Die westliche Stadtgrenze bilden der Hamoaze und der Tamar, die auch die Grenze zu Cornwall bilden. Nach Osten bildete der River Plym die Stadtgrenze, durch Eingemeindungen erstreckt sich heute jedoch das Stadtgebiet auch östlich des Flusses. Etwa einen km südwestlich der Stadt liegt die zu Plymouth gehörige Insel Drake’s Island im Plymouth Sound. Das Klima wird vom Golfstrom beeinflusst und ist deshalb gemäßigt; Regen (ca. 800 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]
Bevölkerung
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt nur etwa 20.000 Einwohner; um das Jahr 1900 waren es bereits über 100.000 und im Jahr 2000 waren es ca. 220.000.[3]
Stadtgliederung
Plymouth gliedert sich einschließlich des Stadtzentrums (City Centre) in 54 Stadtbezirke:
- City Centre
- Barbican
- Barne Barton
- Compton
- Coxside
- Crownhill
- Derriford
- Devonport
- Efford
- Eggbuckland
- Elburton
- Ernesettle
- Estover
- Glenholt
- Greenbank
- Ham
- Hartley
- Honicknowle
- Ivybridge
- Keyham
- Kings Tamerton
- Laira
- Leigham
- Lipson
- Manadon
- Mannamead
- Milehouse
- Millbay
- Mount Gould
- Mutley
- Newton Ferrers
- North Prospect
- Pennycomequick
- Pennycross
- Peverell
- Plympton
- Plymstock
- Prince Rock
- South East Cornwall
- Southway
- St Budeaux
- St Judes
- Stoke
- Stonehouse
- Tamerton
- Tamerton Foliot
- Tavistock
- The Hoe
- Wembury
- West Park
- Weston Mill
- Whitleigh
- Widewell
- Woolwell
Geschichte
Auf Spuren prähistorischer Zeit weist der Steinanker von Plymouth.
Mittelalter
Die Ursprünge der Stadt Plymouth reichen bis in die Zeit der Angelsachsen zurück. Im 9. Jahrhundert wird eine sächsische Siedlung namens Tamarworth erwähnt. Im Domesday Book von 1086 wird ein Fischerdorf namens Sudtone an der Mündung des River Plym erwähnt. Der Name des alten Hafens, Sutton Pool, erinnert an diese Siedlung. In den Pipe Rolls von 1211 wird der Ort als Handelsplatz Plym Mouth (dt. Plym-Mündung) genannt. Plymouth profitierte von der Verschlammung des River Plym, wodurch das östlich gelegene Plympton nicht mehr von Schiffen erreicht werden konnte und deshalb an Bedeutung verlor. Der Handel verlagerte sich nach Plymouth an der Mündung des Flusses, weshalb der Ort in den nächsten zwei Jahrhunderten zu einer Handelsstadt heranwuchs, die im Jahr 1254 zur Marktstadt erhoben wurde und 1439 als erste Stadt Englands eine Royal Charter erhielt, die vom Parlament bestätigt wurde. Während des Hundertjährigen Krieges brach Edward of Woodstock, der „Schwarze Prinz“ im Jahr 1355 von Plymouth aus zu seinem Feldzug nach Frankreich auf. Während des Krieges wurde die Stadt in den Jahren 1339, 1377, 1400 und 1403 von Franzosen überfallen und geplündert.
Neuzeit
Von Plymouth aus startete die englische Flotte im Jahr 1588 zum Kampf gegen die spanische Armada. Davor und danach war der Hafen Ausgangspunkt zahlreicher Kaperfahrer und Entdecker[4], von denen einer – William Parker – nach seiner erfolgreichen Rückkehr aus der Karibik im Jahr 1601 sogar kurzzeitig zum Bürgermeister (mayor) der Stadt gewählt wurde.
Aufgrund seiner Lage und wegen der im Jahr 1691 gegründeten Marinebasis war Plymouth Startort zahlreicher Forschungs- und Entdeckungsreisen, darunter
- 1577 der Weltumseglung von Francis Drake,
- 1585 zur Koloniegründung nach Roanoke unter Richard Grenville,
- 1620 war Plymouth der letzte englische Hafen, den die Mayflower auf ihrer Fahrt nach Nordamerika anlief,
- 1768, 1772 und 1776 der Fahrten von James Cook,
- 1831 der Weltumseglung der Beagle mit Charles Darwin an Bord,
- 1914 der Endurance-Expedition von Ernest Shackleton,
- 1966 der Weltumseglung von Francis Chichester.
Während des Englischen Bürgerkriegs stand die Stadt auf Seiten des Parlaments, weswegen sie von 1643 bis 1646 von königlichen Truppen erfolglos belagert wurde. Zum Schutz des Hafens, aber auch zur Sicherung seiner Herrschaft ließ Karl II. nach der Restauration der Monarchie von 1665 bis 1675 die Zitadelle errichten. Im Jahr 1691 wurde Plymouth Dock als Marinestützpunkt westlich der Stadt am Tamar eröffnet. Die Marinebasis wurde wiederholt durch weitere Docks erweitert. Plymouth Dock wurde zu einem der wichtigsten Stützpunkte der Royal Navy und wuchs zu einer eigenen Stadt heran, die 1824 als Devonport selbständig wurde.
Im 19. Jahrhundert wuchsen durch Eingemeindungen und Zuwanderung die Größe und die Einwohnerzahl von Plymouth stark an. In den Jahren zwischen 1812 und 1844 wurde nach Plänen von John Rennie der Wellenbrecher im Plymouth Sound zum Schutz des Hafens aufgeschüttet. Zur Abwehr befürchteter französischer Angriffe wurden ab dem Jahr 1845 Fort Picklecombe und Fort Bovisand als Küstenbefestigungen am Plymouth Sound errichtet. Ab 1860 wurde ein weitläufiger Fortgürtel um Plymouth errichtet, der jedoch trotz Erweiterungen und Modernisierungen bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs wieder veraltet war. Im Jahr 1914 wurden die drei Städte Devonport, Stonehouse und Plymouth zum County Borough von Plymouth zusammengeschlossen. 1928 wurde Plymouth der Status einer City verliehen und 1935 wurde der erste Lord Mayor ernannt.[5]
Während des Zweiten Weltkriegs war Plymouth vor allem im März und April 1941 das Ziel von 59 als The Plymouth Blitz bezeichneten Angriffen durch die Luftwaffe, bei denen die Stadtzentren von Plymouth und Devonport zerbombt wurden. Allein in Plymouth kamen 900 Menschen ums Leben, und rund 40 000 Einwohner wurden obdachlos.[6] Die Innenstädte wurden in den 1950er Jahren wiederaufgebaut, in Plymouth wurde die erste Fußgängerzone Englands eingerichtet. 1967 wurden Plympton und Plymstock eingemeindet. Nachdem das County Borough 1974 aufgelöst worden war, wurde Plymouth am 1. April 1998 zur Unitary Authority erhoben.
Sehenswürdigkeiten
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadtzentrum um den Armada Way großteils im modernen Stil wiederaufgebaut. Seitdem die Marinebasis an Bedeutung verloren hat, versucht die Stadt seit den 1990er Jahren für Touristen attraktiver zu werden.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören:
- The Hoe, ein hochgelegenes Kalksteinplateau am nördlichen Ende des Plymouth Sound, ist seit 1817 ein öffentlicher Park, von dem sich ein weiter Ausblick über den Plymouth Sound bietet. Angeblich hat hier Francis Drake zusammen mit Admiral Howard und den Kapitänen Frobisher und Hawkins auf dem Rasen noch sein Bowlsspiel beendet, bevor er zum Kampf gegen die in Sicht befindliche spanische Armada aufbrach. An Drake erinnert eine über drei Meter hohe Bronzestatue, die 1884 aufgestellt wurde und eine Kopie der von Joseph Boehm geschaffenen Statue in Drakes Geburtsstadt Tavistock ist. Außerdem befinden sich hier das „Ehrenmal der Marine“ und andere Kriegerdenkmäler.
- Der Smeaton’s Tower wurde 1759 als Leuchtturm auf dem Eddystone Reef erbaut. Zu Beginn der 1880er Jahre wurde der Turm durch einen Neubau ersetzt. Der alte Turm wurde abgetragen und etwa zwei Drittel des Turms wurden auf The Hoe wiederaufgebaut. Der noch 22 m hohe Turm dient heute als Aussichtsturm.